Welches Hundehalsband passt zu meinem Hund?

19. Juli 2011 | Ratgeber

Gerne werden für Hunde, die auf den ersten Blick an der Leine aggressiv wirken, so genannte „Beisser“ (Dressurhalsketten) oder „Würger“ eingesetzt, der Hundeführer bringt den Leinenimpuls (Leinenruck), der Hund reagiert. Je nach Situation kann hiermit allerdings auch in die „falsche Richtung“ trainiert werden, Hunde hinterfragen nicht ihr eigenes Verhalten, sondern verknüpfen das Geschehen mit der Situation: Das bedeutet, fremder Hund gleich Schmerz ist ein wahrscheinlicher Lernimpuls für den Hund, die Wahrscheinlichkeit, dass er nun generell versucht, den anderen „Hund“ wegzubellen um Schmerz zu vermeiden steigt potentiell.

Starker Leinenruck auf das Halsband kann unter Umständen auch gesundheitsschädlich für Ihren Hund sein, Verletzungen am Kehlkopf, Wirbelsäule und Luftröhre sind nicht auszuschließen.

Das Wauzikontor Team möchte Ihnen mit Hilfe dieses Hunderatgebers aufzeigen, welches Hundehalsband oder Hundegeschirr am besten für Ihren Hund geeignet ist. Bitte beachten Sie: Bei Hunden der Kategorie III empfiehlt es sich, ggf. zusätzlich einen Hundetrainer mit einzubeziehen oder generell weitere Fachliteratur zum Thema Hundeausbildung zu erwerben. Das Halsband kann in jedem Fall nur ein Teil eines guten Mixes aus Hundezubehör und Methoden zur Ausbildung Ihres Hundes sein.

Kategorie I: Leicht bis gar nicht ziehende Hunde

Analyse:

Herzlichen Glückwunsch, Sie scheinen alles richtig gemacht zu haben, Ihr Hund läuft an der entspannten Leine und benötigt nur wenig Impulse zur Kontrolle.

Empfehlung:

Sie können Hundhalsbänder wie Hundegeschirre aller Varianten nutzen. Speziell für den Outdoorbereich oder sehr wasserliebende Hunde sollten Sie zu einem Nylonhalsband oder gut geöltem Sattelleder-Halsband greifen, die besonders Wasserunempfindlich sind. Andere Lederhalsbänder können mit etwas mehr Pflegeaufwand allerdings einen ähnlich Grad erreichen, hier gilt die Formel: Je mehr Schmuck und Details aufgearbeitet sind, um so aufwendiger die Reinigung und Pflege des Hundehalsbandes bei Wasser- und Outdooraktivitäten. Gut gepflegte Lederhalsbänder bieten allerdings im Vergleich zu Nylonhalsbänder eine unerreichte Haltbarkeit und trotzen selbst widrigsten Umgebungen durch Ihre robuste Verarbeitung über Jahre, manchmal Jahrzehnte.

Kategorie II: Kaum ziehende Hunde, die nur leichte Impulse benötigen

Analyse:

Ihr Hund läuft prinzipiell mit entspannter Leine und „ruckt“ nur gelegentlich überraschend in die eine oder andere Richtung, wenn er etwas „interessantes“ wittert und schnuffelt, wird aber ansonsten mit wenig Impulsen zur Kontrolle gebracht.

Empfehlung:

Ruckartige Bewegungen bergen ein Verletzungsrisiko in sich, hier empfiehlt es sich, ein Hundehalsband mit Zugentlastung zu verwenden, hierbei wird der Leinenring direkt in der Nähe des Halsbandverschlusses angebracht, wodurch sich beim angeleinten Hund der Verschluss des Halsbandes immer nach hinten dreht und somit Verletzungen des Kehlkopfs minimiert werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Hundebremse zwischen Hundeleine und Hundehalsband: Die Feder nimmt die ruckartige Energie auf und gibt sie weicher weiter. Alternativ kann auch ein Hundegeschirr richtig sein, denn hier wird die Ruckenergie über das Geschirr auf den gesamten Körper des Hundes weitergegeben, Luftröhre und Kehlkopf bleiben geschont.

Kategorie III: Stark ziehende Hunde, die starke Impulse benötigen

Analyse:

Ihr Hund zieht generell sehr stark, hechelt und röchelt dabei viel, in Situationen mit fremden Hunden ist er nur schwer zu kontrollieren und reagiert kaum bis gar nicht auf Ihre Impulse.

Empfehlung:

Hier sollte mit Hilfe eines Hundetrainers ergründet werden, warum der Hund so reagiert. Vom Einsatz von Würgern und Beissern raten wir ab, da sie das Problem noch verschlimmern können. Gute Erfahrung haben wir hierbei mit Hundegeschirren und Schnauzenhalsbändern gemacht: Über das Hundegeschirr und einer normalen Hundeleine lässt sich der Hunde als solches kontrollieren (Abstand), zusätzlich wird die Richtung des Kopfes durch den Einsatz des Schnauzenhalsbandes (Ausbildungsgeschirrs) und einer leichten Feldleine oder Freestyleleine ausgerichtet, sanfter Druck und behutsamer Zug am Nasenrücken werden als sehr unangenehm empfunden und bringen mit leichten Impulsen den Hund unter Kontrolle, wichtig ist hierbei, dass Sie ruhig, souverän und mit wenig Krafteinsatz den Hund an der kurzen Leine durch die Situation führen und sich nicht von der Nervosität und Aggression anstecken lassen.

Tags: Hundehalsband, Hundeleine, Ratgeber

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